Filmplakat 8. Wonderland
5/10

„How do they stop a country that doesn't exist?“ (8. Wonderland, 2008)


8. Wonderland

Besprechung

Es fängt an mit kleinen Streichen, die groß angelegt sind. Zuerst werden im Vatikan Kondom-Automaten aufgehängt, dann wird der Truthahn gekidnappt, der eigentlich vom amerikanischen Präsidenten zu Thanksgiving verspeist werden sollte. Die Menschen werden aufmerksam auf 8th Wonderland. Was ist das und wer steckt dahinter?

8th Wonderland ist ein neues Land, ein Land, das es auf keiner Landkarte gibt. Aus allen Teilen der Welt haben sich Bürger jeder “Nationalität” zusammengefunden und im virtuellen Raum des Internets ein neues Land gegründet. Verborgen von anderen Ländern, deren Geheimdiensten, den Medien, den normalen Internetnutzern. 8th Wonderland will die Welt verbessern. Aber reichen dazu kleine Streiche? Nein.

Die Bürger von 8th Wonderland fangen an, Strukturen aufzubauen. Ein offizieller Vertreter, ein Botschafter (Robert William Bradford) wird gewählt, der von nun an das Sprachrohr von 8th Wonderland ist. Der muss auch her, da der erste echte Erfolg von 8th Wonderland, das Verhindern des Baus von Atomkraftwerken in einem arabischen Staat, von dem aalglatten John McClane (Matthew Géczy) beansprucht wird. Der ist aber kein Bürger, kassiert dafür jedoch kräftig Geld.

Nicht nur mit dem Image haben die Bürger von 8th Wonderland bei ihren geheimen Treffen im Internet zu kämpfen. Ihre Aktionen werden, damit sie gehört werden, auch immer radikaler. Sieht so die neue Welt aus?

Meinung von

WTF? Als der Film anfing — und wir wussten dank Sneak Preview ja nicht, was uns präsentiert werden würde —, war jeder im Kinosaal verwirrt. Eine Dokumentation über mit einer Kamera ausgestatteten Kakerlaken? Dann auf einmal eine Szene in einem südamerikanischen Staat. Das hiesige Staatsoberhaupt hat sich erneut wieder wählen lassen — und wird erschossen. Alles auf spanisch mit englischen Untertiteln. Danach russische, später afghanische Sprecher, alle mit Untertitel. Ich war kurz davor das Kino zu verlassen.

8th Wonderland ist vom Ansatz her interessant (wenn man weiß, was einen erwartet). Wir sind umgeben von Korruption und Ungerechtigkeit, da ist eine eigentlich polyglotte "Vereinigung", ein multinationales Land durchaus begrüßenswert. Diese Menschen wollen die Welt verändern, müssen dann jedoch einsehen, dass sie es nicht mit Haha-Aktionen hinbekommen. Die Mittel zum Zweck werden immer drastischer. Ein moralischer Konflikt entbrennt zwischen den Bürgern von 8th Wonderland. Wie weit darf man gehen? Sie gehen weit ...

Der französische Film hat eine nette Grundidee, einige wirklich große Lacher, aber auch viele kleine, ungewollte Lacher. Die letzteren kommen daher, weil 8th Wonderland an diversen Stellen schlicht und einfach schlecht ist: Der Medienmensch, der meint, er hätte die Seite von 8th Wonderland im Internet gesucht und sogar gefunden! Aber dann war da eine Passworteingabe. Da kam er einfach nicht weiter. Was sich hinter dieser Eingabe verbirgt: ein Mysterium!

Oder die Tatsache, dass kein Geheimdienst diese Seite knacken kann — auch eher unwahrscheinlich. So gibt es einige Dinge, die schlecht recherchiert wirken. Oder einfach kindlich naiv.

In 8th Wonderland spielen (mir zumindest) unbekannte Schauspieler mit. Diese sind auch nicht immer wirklich gut, man kann nun sagen, das würde den Film authentisch machen. Wie auch immer.

Fazit: Interessante Idee, naive Angehensweise, ungewohnte Darbietung. Man kann — muss es aber nicht — mal über die angesprochen Thematik nachdenken. Beim Rausgehen hörte ich jedenfalls eine junge Frau, die meinte, sie fände den Film schräg, wolle ihn sich aber noch einmal anschauen. Na ... Ich bin unentschieden und vergebe neutrale fünf Punkte.

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