Filmplakat 72 Stunden
8/10

„What kind of a criminal drives a Prius?“ (72 Stunden, 2010)


72 Stunden

Besprechung

John (Russel Crowe) und Lara (Elizabeth Banks) sind ein glückliches Paar. Sie haben ein Haus, einen Sohn (Ty Simpkins) und eigentlich kann alles gut sein. Bis eines Tages die Polizei ins Haus stürmt und Lara festnimmt. Sie wird beschuldigt ihre Chefin umgebracht zu haben. Drei Jahre lang versucht John eine Lücken im juristischen System zu finden, um seine Frau aus dem Gefängnis zu bekommen. Nichts hilft.

John ist schließlich so verzweifelt, dass er den Ausbrecher Damon Pennington (Liam Neeson) kontaktiert. Dieser gibt ihm Tipps, wie man aus einem Gefängnis ausbricht. Er sagt ihm aber auch, dass John bereit sein muss, alles aufzugeben. Sogar seine Menschlichkeit.

Der liebende Mann, der nie an der Unschuld seiner Frau gezweifelt hat, fängt mit der Planung an. Er benötigt viele Dinge: Informationen, Ausweise und Geld. Alles muss irgendwie beschafft werden … Bis ihm sie Verlegung seiner Frau in eine andere Zuchtanstalt in die Quere kommt. Nun gilt es schnell zu handeln.

Meinung von

72 Stunden hat seinen Titel daher, weil die Hauptperson nur drei Tage Zeit hat, seine Frau zu befreien. Wir sehen nach der Verhaftung von Lara viel "Aufbauarbeit", lauter Dinge, die zeigen wie innig die Beziehung der Beiden ist, wie sehr John unter der Trennung leidet, dass Lara mit ihrem Schicksal abgeschlossen hat und dass der Sohn die gesamte Situation nicht gut wegsteckt. Der Sohn ist übrigens eine extrem langweilige, lethargische Figur. Hat mich irgendwie aufgeregt, wie abwesend der Kleine gespielt hat.

Gerade als es anfing zu nerven, dass nichts wirklich passierte, kam gerade noch rechtzeitig Liam Neeson auf den Plan. John fasste den Plan kriminell zu werden. Die Zeit der Planung und der Beobachtungen ging los. Endlich kam Spannung auf.

Im Folgenden zeigt Regisseur Paul Haggis immer wieder Situationen, die wirklich spannend erzählt sind. Keine wilden Verfolgungsjagden, keine Explosionen, Schießereien o.ä. Selbst die Musik ist wenig aufreibend. Dennoch hing ich im Sessel und fieberte das eine ums andere Mal mit John mit.

Ganz zum Schluss droht der Film ins Kitschige, Vorhersehbare abzudriften. Zum Glück werden die aufgebauten Erwartungen dann doch nicht erfüllt. Alles andere hätte dem Film das Genick gebrochen. Trotzdem wäre es durchaus interessant gewesen, hätte uns Haggis nicht den Hinweis darauf gegeben, ob Lara nun eine Mörderin ist oder nicht. So ein bisschen in der Unsicherheitzone wäre nicht verkehrt gewesen. Dafür lässt er John eine Menge falsche Hinweise für die Polizei streuen. Sehr schön, wie sich am Ende herausstellt.

Also ein durchaus gut inszenierter, spannender Ausbruch-Film, der allerdings einige Anlaufschwierigkeiten hat. Russell Crowe und Elizabeth Banks gefielen beide, wie sie gespielt haben.

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