Filmplakat (500) Days of Summer
8,5/10

„People should be able to say how they feel.“ ((500) Days of Summer, 2009)


(500) Days of Summer

Besprechung

Tom (Joseph Gorden-Levitt) wollte eigentlich immer Architekt werden. Jetzt arbeitet er in einer Grußkarten-Agentur als Schreiber. Aufstehen, arbeiten, irgendwann mal Zeit zum Träumen und Skizzen anfertigen. Doch eines Tages tritt die neue Sekretärin Summer Finn (Zooey Deschanel) ihren Dienst in der Agentur an.

Kennt Ihr das nicht auch: Nur ein Wort, ein Satz, eine Aussage des Gegenübers und es macht Klick. Vielleicht war ja vorher schon etwas Interesse da, muss aber noch nicht einmal gewesen sein. Diese eine Aussage, die leichtfertig daher gesagte Liebeserklärung an eine Gruppe, einen Künstler — schon ist man verloren. Das ist meine Seelenverwandte. So geht es auch Tom mit Summer.

Aber wir wissen, dass es vorbei geht, dieses Gefühl. War ihr Lachen einst das Schönste auf der Welt, geht es einem später nur noch auf den Keks. Namentlich wenn sie einem die kalte Schulter gezeigt hat. Liebe ist eine Schlampe. Das muss auch Tom erfahren. Mit Summer ist es erst Himmelhochjauzend – dann zu Tode betrübt. Durch ständige Sprünge innerhalb dieser knapp 500 Tage der Beziehung zwischen Summer und Tom, erfahren wir eine Achterbahn der Gefühle. Manche nennen das Liebe.

Meinung von

So ist sie eben die Liebe. Wobei wir von Anfang an wissen, dass diese Beziehung nicht von Dauer sein wird. (500) Days of Summer fängt ziemlich am Ende an und dann wird ständig in der Zeit hin- und hergesprungen. Das macht die Erzählweise dieser — Tja, was ist das? — Komödie so interessant. Seien wir ehrlich: ein Kennenlernen, in Beziehung gehen und der finale Tritt in den Arsch, das wäre zu langweilig. Außerdem ist Summer ein zu unkonventioneller Charakter. Eine geradlinige Erzählstruktur wäre dem nicht angemessen. Zumal, wie schon erwähnt, die Liebe ein Auf und Ab ist. Warum nicht genau so die Geschichte präsentieren? Liebe, Schmerz, Frohsinn, Verletzung, Leichtigkeit, Drama — so zeigt uns Regisseur Marc Webb die Beziehung zwischen Tom und Summer. Gelungen.

Gelungen ist auch die Auswahl der Schauspieler. Man kann sich wunderbar in den Charakter Tom hineinfühlen. Joseph Gorden-Levitt, den ich schon in Brick mochte, zeigt uns alles. Sein singendes Herz, das vor Glück überquillt und dann sein Leben als Wüste, als elende Leere voller Hass und Selbstmitleid. Dabei war sich Tom so sicher, es gäbe so was wie Schicksal. Doch am Ende der Beziehung zu Summer zweifelt er an diesem für ihn wichtigen Grundbaustein des Lebens.

Zooey Deschanel hingegen spielt die Rolle, die man in Hollywood anscheinend für sie ausgesucht hat: das wundersame, etwas schräge, unabhängige, lebensbejahende Mädchen, das man einfach gerne haben muss. Schön anzusehen, ruhig spielend, aber im Grunde doch nur eine Wiederholung. Trotzdem drücke ich ein Auge zu, da sie in diese Rolle so gut passt.

(500) Days of Summer ist eine etwas andere Komödie. Es sind nicht die üblichen, seichten Handlungen, die dem Publikum jeden Sommer präsentiert werden, in die hauptsächlich die Frauen gehen und die Männer eher mitgeschleppt werden. Es ist — ich bin mal so gewagt, das zu behaupten — eine Liebeskomödie (oder Liebestragödie?) für Männer. Immerhin geht es um Tom. Dabei wird es nie albern. Der Film ist wie das Leben und wie die Liebe, die ein Teil davon ist. Man findet sich an so vielen Stellen wieder. Das macht den Reiz dieses Films aus. Man sollte ihn aber wohl besser nicht direkt nach einer Trennung sehen, denke ich.

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