Filmplakat The Cell

7/10

"Er hat mich gefunden. Er findet mich immer." — The Cell, 2000

The Cell

Besprechung

Das menschliche Gehirn kann ja so schön krank sein! In diesem Falle das von Mark Protosevich (Schreiberling) und auch das von Tarsem Singh (Regie). Denn auf deren Mist ist die Story gewachsen.

Krank ist aber auch das Hirn vom Psychopathen Carl Stargher (Vincent D’Onofrio). Der kidnappt nämlich junge Frauen. Wenn sie aufwachen, finden die Mädels sich in der Zelle (Neudeutsch: The Cell) wieder. Das ist ein Glaskasten unter der Erde. Irgendwo im Westen Amerikas unter einer Farm oder so. Naja, also die Entführten wachen dort auf. Niemand da. Nur Kameras in allen Blickwinkeln, die in die Zelle schauen. Die Verzweiflung und die Angst jeder Frau wird gefilmt. Nach einer Frist von 40 Stunden öffnen sich Schleusen und die Zelle wird langsam geflutet. Das ist schon nervenaufreibend und echt mies. Stargher hat wieder gerade eine Frau entführt und in die Zelle gesperrt, als ihn der FBI-Agent Peter Novak (Vince Vaughn) endlich aufspüren kann. Doch Stargher „entkommt“. Der Mann ist nämlich nicht nur psychisch krank. Er fällt in ein tiefes Koma. Na tolle Wurst auch. Und die Frau? Wo ist die Frau?

Auftritt: Catherine Deane (Jennifer Lopez), ein Psychologin, die mit einer neuen Art von Gedankenverschmelzung experimentiert. Sie soll helfen. Wie? – Sie soll sich in das Gehirn von Stargher einklinken und ihm in seiner Welt begegnen. Hier durchläuft sie die fantastisch-grausame Welt eines Psychopathen, gegen den Hannibal Lektor ein Chorknabe ist. Gut, über die schreckliche Natur des Chorknabens an sich wollen wir hier uns nicht unterhalten … — Wie dem auch sei: Catherine gerät natürlich in diesem Malle-Hirn in so manche Gefahr. Kann sie an den „kleinen“ Stargher herankommen und ihm das Geheimnis entlocken, wo die entführte Frau versteckt ist?

Meinung von

Kann man sich anschauen. Die Story ist mau. Die Hauptdarstellerin will einen auf Tränendrüse machen und die Technik, mit der die Psychologin in den Geist des Verbrechers eintaucht ist geradezu lächelich: Ein eng anliegender Anzug, der irgendwie organisch anmutet, aufgehängt an Fäden (Kennen wir das nicht aus Koma?) und dann der Brüller — ein Tuch übers Gesicht. Ja, nee. Ist klar! *gähn* Alles Minuspunkte, keine Frage.

Aber: Die Bilder sind einfach genial! Absoluter Surrealismus vom Feinsten. Meister Dalí hätte es auch nicht anders gemacht. Am beeindruckendsten und auch am bedrückendsten fand ich die Szene, als der Psycho die Ärztin (war sie noch nicht einmal, wenn ich mich recht erinnere ...) in sein "Reich" trägt. Eine weite, offene Fläche. Am Horizont sehen wir eine grünliche Wand. Ränder sind nicht zu erkennen. Wasser ist auf dem Weg hin zu der kleinen Tür in der Wand. Grandios. Alleine durch die Traumwelten gewinnt der Film. Und ich möchte meinen, dass alle kleinen Pubertierenden angenehm erregt waren, als Ms. Lopez in dem jungfräulich weißen Kleid durch die Wüste stampfte. Naja ...