Filmplakat Batman Begins

9,5/10

"Gibt's den auch in Schwarz?" — Batman Begins, 2005

Batman Begins

Besprechung

Der junge Bruce Wayne (Gus Lewis) ist der Sohn des Millionärs und Arztes Thomas Wayne. Eines Tages fällt er auf dem Anwesen seiner Eltern in einen tiefen Schacht. Unzählige Fledermäuse attackieren ihn, fliehen an ihm vorbei in die Freiheit. Seitdem hat er Angst vor den fliegenden Nagern.

Eines Abends, Bruce war mit seinen Eltern in der Oper, werden seine Eltern in einer dunklen Gasse vor den Augen des Kleinen erschossen. Einzig der Butler Alfred Pennyworth (Michael Caine) ist dem Waisen eine Stütze.

Irgendwo im Orient trifft der mittlerweile erwachsene Bruce Wayne (Christian Bale) auf Ducard (Liam Neeson), der ihm hilft, seine Angst zu akzeptieren und selber Angst unter seinen Mitmenschen zu verbreiten. Bruce lernt viel von Ducard, der für den Kriminellen Ra’s al Ghul (Ken Watanabe) arbeitet. Doch den ultimativen Treuebeweis zu Ra’s will Bruce nicht erbringen. Deshalb geht er zurück nach Gotham, um dort als Batman das Verbrechen zu bekämpfen. Sein erster Gegner: Scarecrow (Cillian Murphy). Zum Glück erhält Batman Hilfe vom Polizisten Jim Gordon (Gary Oldman).

Meinung von

Erste Sahne! Christopher Nolan versteht es wunderbar, die Geschichte des Bruce Wayne, der zum Mitternachts-Ritter Batman wird, schlüssig, realistisch, "erwachsen", spannend und glaubwürdig zu erzählen. Eine weise Wahl von Warner Bros.!

Im Vorfeld sah ich neben dem Trailer auch Fotos vom Dreh und dachte noch "Was haben die sich dabei gedacht? Wieso haben die das so gemacht und sich vom Comic so weit entfernt?" Ich beziehe mich da z.B. auf das Batmobil. In den Comics sieht es völlig anders aus. Aber: Auch wenn ich nicht auf Autos stehe, das Teil ist echt cool! Und es sei ihnen verziehen, dass es so militärisch ausschaut. :-)

Dann die Sache mit Ra's al Ghul, der im Film auf einmal ein Asiate ist, was er doch im Comic nicht ist. Oder die Tatsache, dass Jim Gordon kein Commissioner ist. Alles Dinge, die mir anfänglich aufstießen. Doch da wir hier Batman Begins sehen, ist eben alles noch in Entwicklung. Gordon hat den Weg zum Commissioner noch vor sich, Lucius Fox (Morgan Freeman) wird erst Geschäftsführer von Wayne Tech. . Das macht den Film so schön und "realistisch". Während wir in Batman einen fertigen Batman präsentiert bekamen, ist hier Entwicklung drin. Sehr gut gemacht.

Dabei wird aber dennoch auf typische Bilder aus den Comics nicht verzichtet. Wenn Batman über den Dächern seiner Stadt steht und in seinem Umhang eingehüllt über Gotham bei Nacht schaut, das ist so ein typisches Bild. Cool.

Gotham selber ist diesmal auch glaubwürdiger. Es ist eine große, eine dunkle Stadt mit noch dunkleren Vierteln, Regen und die für die Comics üblichen Art Deco- und Gotik-Elementen.

Ich könnte jetzt noch lange die grandiosen Einzelheiten des Films aufzählen. Doch solltet Ihr lieber ins Kino gehen und Euch den Film selber anschauen, anstatt bei Sonnenschein meine geistigen Ergüssen zu konsumieren. Danach können wir uns gerne über den Film unterhalten. 9,5 Punkte und nicht 10 gibt es übrigens deswegen, weil der Anfang an einigen Stellen drohte, Längen aufzubauen. Ich kann sagen, dass es so, wie sie es gemacht haben, durchaus Sinn macht! Die Figur des Bruce Wayne/ Batman ist eine schwierige, die sich entwickelt und eine Geschichte hat. In den Comics hatten sie dazu viel Zeit, diese zu erzählen. Im Film müssen somit auch einige Minuten dafür herhalten. Ich konnte es verzeihen. Und: Ich freue mich auf die weiteren Filme. Als nächster Gegner steht schon ein ganz Gefährlicher in den Startlöchern ...

Abschließende Worte: Die Story ist kompakt, intelligent, stimmig. Das Optische passt und ist nicht zu comichaft. Christian Bale ist eine weise Wahl für beide Figuren (Bruce Wayne und Batman), die Figur des Alfred ist mit Michael Caine glänzend besetzt, ebenso Garry Oldman (Gordon) und Morgan Freeman (Fox). Das Batmobil ist saucool. Die Entstehungsgeschichte der Batman-Ausrüstung gut überlegt. Der Film hat schöne (leider manchmal nicht genau zu erkennende) Action-Szenen und einen feinen Witz. Anschauen!! Ich freue mich schon auf die DVD... :-) 141 gelungene Minuten.